Der Kanton Zürich ist wirtschaftlich stark, doch der Arbeitsmarkt kommt unter Druck. Gemäss aktuellem Wirtschaftsmonitoring des Amts für Wirtschaft wird es im Jahr 2029 im Kanton Zürich 16 Prozent mehr 65-Jährige als 20-Jährige geben – eine Umkehrung des früheren Verhältnisses. Die Alterung trifft auf eine sinkende Geburtenrate und ein Umfeld, in dem auch das benachbarte Ausland unter demografischem Druck steht. Damit droht dem Kanton ein strukturelles Ungleichgewicht: Immer weniger Erwerbstätige müssen für immer mehr Pensionierte wirtschaftliche Wertschöpfung erbringen.
Die Zahlen sind alarmierend: Je nach Szenario fehlen dem Kanton Zürich im Jahr 2050 zwischen 33’000 und 83’000 Personen im Erwerbsalter, um das heutige Verhältnis zwischen Arbeitsbevölkerung und Gesamtbevölkerung aufrechtzuerhalten. In einem wirtschaftlich international vernetzten Kanton ist das mehr als ein demografisches Detail – es ist ein Risikofaktor für Wohlstand, Sozialwerke und Standortattraktivität.
Doch es gibt Lösungsansätze. Etwa bei der Schaub Maler AG, einem Familienunternehmen mit über 130 Mitarbeitenden. Firmenchef Theo Schaub setzt auf konsequente Aus- und Weiterbildung, inklusive eigener Lehrlingswerkstatt und interner Kurse. Die Schaub Maler AG bildet aktuell neun Lernende aus, darunter zwei Geflüchtete aus Afghanistan. Die Firma erhält wöchentlich Blindbewerbungen – ein Beweis, dass Investitionen in die eigene Nachwuchsförderung Wirkung zeigen.
Langfristig braucht es jedoch mehr. Die Trendanalyse des Kantons Zürich empfiehlt ein Bündel an Massnahmen: bessere Ausschöpfung des inländischen Arbeitskräftepotenzials etwa durch steuerliche Anreize für Zweitverdienende und ältere Erwerbstätige, Flexibilisierung der Lebensarbeitszeit und gezielte Zuwanderung aus Drittstaaten. Auch der technologische Wandel – insbesondere Automatisierung und Digitalisierung – muss genutzt werden, um die Produktivität zu steigern.
Der demografische Wandel ist unausweichlich. Aber er ist gestaltbar, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam handeln. Der Kanton Zürich hat die Ressourcen und das Know-how, um auch künftig ein starker Standort zu bleiben. Jetzt gilt es, diese zu mobilisieren.
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