Benjamin Krähenmann vertritt seit 2023 den Wahlkreis Zürich 7+8 im Kantonsrat und sitzt für die Grünen in der Kommission für Staat und Gemeinden. Beruflich engagiert sich der Umweltwissenschaftler als Purpose Unternehmer bei der Crowd Container AG.
Herr Krähenmann, welche Themen liegen Ihnen derzeit in Ihrem Wahlkreis 7+8 der Stadt Zürich besonders am Herzen?
Knapper Wohnraum ist auch im Wahlkreis 7+8 eines der drängendsten Themen. Das Areal des ehemaligen Kinderspitals in Hottingen kann Abhilfe schaffen, indem hier Alterswohnungen gebaut werden. In Bezug auf das stark wachsende Gesundheitscluster Lengg ist gerade für Menschen mit eingeschränkter Mobilität der Ausbau des ÖV zentral. Und nicht zuletzt liegt mir auch die Verbesserung der Verkehrssituation an der Bellerivestrasse am Herzen: Konkret ein Spurabbau und die Einführung von Tempo 30.
Wenn Sie König von Zürich wären, was würden Sie als erstes zu Gunsten des Standorts Zürich entscheiden?
Der Wirtschaftsstandort Zürich funktioniert nur, wenn die menschlichen Grundbedürfnisse befriedigt sind: Gute Nahrungsmittel, Gesundheitsversorgung, Wohnen, Bildung. Um diese zu finanzieren, würde ich umweltschädliche Produkte besteuern und damit auch einen Anreiz für nachhaltige Alternativen schaffen. Gleichzeitig würde ich das demokratische System wieder einführen und verbessern: Auch Menschen ohne Schweizer Pass, die hier arbeiten und Steuern zahlen, sollen ein Stimm- und Wahlrecht erhalten.
Wie finden Sie Ausgleich zu Beruf und Politik?
Ich geniesse gerne gutes Essen, das ich wenn immer möglich selbst koche. Ausgleich finde ich daneben vor allem im Sport und in der Natur. Im Winter bin ich gerne auf der Loipe unterwegs, im Sommer vor allem auf ausgedehnten Velotouren im Kanton Zürich und darüber hinaus. Lesen hilft mir beim Abschalten ebenso – aktuell lese ich gerade «M. Der Sohn des Jahrhunderts», ein Buch über Mussolinis Machtergreifung und ein Mahnmal gegen die Rückkehr des Faschismus in Europa.