Zürich ist die wichtigste Tourismusdestination der Schweiz. Sie ist auch international gut aufgestellt. Doch die Konkurrenz nimmt zu, wie der ZHK Lunch Talk gezeigt hat. Die Branche muss daher auf Qualität setzen.

Die Zahlen sind beeindruckend: Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Zürich 5,6 Millionen Logiernächte gezählt, 2014 waren es erst 5,4 Millionen gewesen. Damit ist Zürich die wichtigste Destination des Landes. Mit einer Wirtschaftsleistung von 2,6 Milliarden Franken macht der Tourismus immerhin 2,1 Prozent des Bruttoinlandprodukts des Kantons aus, erklärt Martin Sturzenegger, Direktor von Zürich Tourismus.

Tourismus-Experte David Ermen von PwC verweist auch auf andere gute Zahlen: Die Zürcher Hotelbranche liegt bei der Auslastung mit 73,3 Prozent an elfter Stelle unter den grossen Destinationen in Europa – Dublin ist dabei die Nummer eins, gefolgt von London. Aber beim Umsatz pro verfügbarem Raum (RevPAR), also der für die Hoteliers wichtigen Kennzahl, liegt Zürich mit 168 Franken pro Raum bereits an dritter Stelle. Nur in Genf und Paris wird mehr umgesetzt. Doch genau da macht Ermen auch den wunden Punkt Zürichs aus: „Zürich ist die einzige Stadt, in welcher der RevPAR wegen neuer Hotels und wachsender Konkurrenz sinken wird.“ Bis 2019 sollen rund 2500 neue Zimmer hinzukommen.

Die Antwort, die Zürich auf diese Herausforderung geben sollte, ist aus Ermens Sicht klar: „Zürich muss gut sein.“ Wenn die Einnahmen – also auch die Kosten für die Gäste – hoch sind, dann sind es auch die Erwartungen. Bisher metzgen sich die Zürcher Hotels dabei sehr gut. Bei den Online-Reputationen erhalten sie 84,9 Prozent positive Reaktionen. In Paris sind es 83,6 Prozent, in London nur 81,2 Prozent. Wenn Zürich so gut bewertet bleiben will, muss es etwas tun: „Nur durch Qualität kann man dieses Rating halten.“

Ähnlich sieht es Regine Sauter. „Wir müssen nicht das gleiche anbieten wie alle anderen in der Welt“, sagt die ZHK-Direktorin. „Das Publikum ist bereit, für besondere Angebote zu zahlen.“ Dafür brauche es Mut und Unternehmertum.

Und Martin Sturzenegger macht deutlich, dass auch Zürich Tourismus sich anpasse. Die Marketingorganisation habe im vergangenen Jahr erstmals ein Schwerpunktthema durch alle Kommunikationskanäle bespielt. 2016 war es der 100. Geburtstag von Dada, der in Zürich entstandenen Kunstrichtung. 2017 ist es das Thema Food. Zürichs Botschaften: Zürich setzt auf Vielfalt, gilt als kultiviert und ist eine (kleine) Metropole. Neu positioniert sich Zürich auch als smarte Stadt. stk

Nachfolgend finden Sie zwei der drei Präsentationen:

  • Referat von Dr. David Ermen, Spezialist für Hotel- und Tourismuskunden, PwC
  • Referat von Andreas Hediger, Co-Meeting Diretor, Weltklasse Zürich
15.05.2017 | 2593 Aufrufe