Medienmitteilung der Zürcher Handelskammer vom 30. Oktober 2012

Der Regierungsrat hat heute bekannt gegeben, dass er die Ratifizierung des Flughafenstaatsvertrages mit Deutschland unterstützt. Die Zürcher Handelskammer begrüsst diesen Entscheid, nimmt der Regierungsrat damit doch seine Verantwortung für den Wirtschaftsstandort Zürich wahr. 

Interkontinentale Flugverbindungen stellen einen der wichtigsten Standortfaktoren für einen Wirtschaftsraum dar, denn in einem globalen Umfeld muss der weltweite Transport von Personen und Gütern gewährleistet sein. Eine Ablehnung des Staatsvertrages mit Deutschland ist aus Sicht der Zürcher Wirtschaft deshalb unter allen Umständen zu verhindern. Mit dem vorliegenden Vertrag liegt das bestmögliche Handlungsergebnis vor, und es ist zu befürchten, dass dessen Ablehnung durch die Schweiz zur Folge haben könnte, dass einseitig weitaus gravierendere Beschränkungen von Seiten Deutschlands festgesetzt werden könnten. Der Flughafen Zürich muss seine Funktion als internationale Drehscheibe aber auch in Zukunft wahrnehmen können. Auch die direkten volkswirtschaftlichen Folgen einer Einschränkung des Flughafens Zürich wären einschneidend. Die Zivilluftfahrt bietet über 160'000 Arbeitsplätze in unserem Land, über 20'000 davon allein direkt am Flughafen Zürich. Insgesamt schafft der Flughafen Zürich über 70'000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von gegen 12 Milliarden Franken. 

Obschon der Staatsvertrag mit Deutschland dem Flughafen erhebliche Auflagen macht, ist diesem zuzustimmen. Mit einer Anpassung des Flugregimes wird es dem Flughafen weiterhin möglich sein, die heutigen Kapazitäten und damit die interkontinentale Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Letztlich bringt der Staatsvertrag Rechtssicherheit und Planbarkeit. Ist man weiterhin daran interessiert, als Standort für internationale Firmen in Betracht gezogen zu werden, sind Schritte zu unterlassen, welche eine derart wichtige Infrastruktur wie den Flughafen in seiner Funktionsfähigkeit massgeblich beschränken. Die Zürcher Handelskammer appelliert deshalb auch an die Eidgenössischen Räte, dem Vertrag zuzustimmen.

Für Rückfragen 
Dr. Regine Sauter, Direktorin Zürcher Handelskammer

30.10.2012 | 7961 Aufrufe