Am 21. November haben in Zürich hochkarätige Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft über die Bedeutung internationaler Vernetztheit und der bilateralen Verträge mit der Europäischen Union (EU) diskutiert. Sie waren sich einig: Eine Abkehr vom bilateralen Weg würde dem Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz schaden.

Die Schweiz ist heute wirtschaftlich, politisch und kulturell rund um den Globus, aber besonders in Europa vernetzt. Diese Offenheit und internationale Vernetztheit ist der Motor für den Schweizer Wohlstand und ermöglicht lokal wirtschaftlichen Erfolg und Stabilität. Zahlreiche heimische Unternehmen treiben die Innovation voran und schaffen sichere Arbeitsplätze, weil sie von dieser Offenheit profitieren. Die bilateralen Verträge mit der EU sind ein zentraler Bestandteil dieses Gefüges. Sie sind nicht nur für die Exportwirtschaft entscheidend, sondern auch für den Forschungsstandort Schweiz. Denn dank den bilateralen Verträgen ist die Schweiz an das europäische Forschungsnetzwerk angebunden, das weltweit einzigartig ist. Allerdings steht diese Anbindung seit der Annahme der Zuwanderungsinitiative im Februar 2014 unter Druck.

Für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Schweiz steht entsprechend viel auf dem Spiel, falls die bilateralen Verträge mit der EU wegbrechen. Über die Bedeutung dieser Verträge für Wirtschaft und Forschung haben heute im Rahmen der von der Zürcher Handelskammer in Zusammenarbeit mit Interpharma, swissuniversities und stark+vernetzt (economiesuisse) organisierten Abendveranstaltung „Wirtschaftliche Offenheit – Schweiz quo vadis?“ Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert.

Bilaterale Verträge: „Fünfer und das Weggli“
Sie alle betonten die Wichtigkeit der bilateralen Verträge mit der EU: Novartis-Länderpräsident André Wyss erläuterte in seinem Einstiegsreferat, warum die Schweizer Pharmaindustrie, die über die Hälfte ihres Auslandsumsatzes in Europa macht, auf offene Beziehungen mit der EU angewiesen ist: „Den unbürokratischen Zugang zum europäischen Markt und zu europäischen Fachkräften zu verlieren, wäre für uns alle äusserst schmerzhaft, auch weil die Wirtschaft in anderen Bereichen ebenfalls unter Druck steht.“ Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz hob hervor, dass die Schweiz mit den bilateralen Verträgen „den Fünfer und das Weggli“ habe: Nämlich sowohl eine solide Basis für gute Handelsbeziehungen mit den 28 EU-Staaten als auch die politische Unabhängigkeit von der EU.

Prof. Dr. Michael O. Hengartner, der Rektor der Universität Zürich, unterstich die Bedeutung der Forschungszusammenarbeit mit der EU für die Schweizer Hochschullandschaft: „Um weiterhin in der Champions League der Forschung mitspielen zu können, braucht es die Anbindung an die europäischen Forschungsprogramme.“ Patrick Warnking, Country Director von Google Schweiz, und Jan Lichtenberg, Mitgründer und CEO des Life Science-KMU InSphero AG in Schlieren, betonten die Wichtigkeit herausragender und international vernetzter Universitäten sowie die Möglichkeit zur Rekrutierung von Spezialistinnen und Spezialisten auch im Ausland für ihre Firmen. Die Direktorin der Zürcher Handelskammer, Regine Sauter, veranschaulichte, wie exemplarisch Zürich für die Internationalität der Schweizer Wirtschaft steht: „Diese Offenheit ist ein wichtiger Faktor für die Attraktivität des Standorts Zürich.“

Wirtschaft und Wissenschaft werden sich weiterhin motiviert dafür einsetzen, der Schweizer Bevölkerung den Wert und die Bedeutung von offenen Handelsbeziehungen für die Schweiz zu vermitteln.

 

Für Rückfragen:

Dr. Regine Sauter, Direktorin Zürcher Handelskammer, Telefon 044 217 40 50

Thomas Cueni, Generalsekretär Interpharma, Telefon 079 322 58 17

21.11.2016 | 19946 Aufrufe