Werbung gehört seit jeher zu einer funktionierenden Marktwirtschaft, in der Menschen freiwillig Güter und Dienstleistungen tauschen. Werbung unterstützt Konsumentinnen und Konsumenten bei der Produktauswahl, indem sie Informationen über Funktion, Qualitätsmerkmale und den Nutzen eines Produktes vermittelt. Sie vereinfacht damit Entscheidungen und ist im besten Fall auch unterhaltend. Für Unternehmen bietet Werbung ein unerlässliches Mittel, um ein Produkt sichtbar zu machen und dessen Vorzüge herauszustreichen. In diesem Sinn bringt die Werbung Anbieter und Nachfrager zusammen. In ihrer neusten Publikation legt economiesuisse dar, welche wichtigen Funktionen die Werbung für eine funktionierende Marktwirtschaft übernimmt und weshalb Werbeverbote aus volkswirtschaftlicher Sicht problematisch sind.

Denn leider ist seit einigen Jahren ist eine bedenkliche Entwicklung hin zu immer mehr Werbevorschriften und -verboten festzustellen (so schlägt der Bundesrat aktuell mit dem neuen Tabakproduktegesetz weitere Werbeeinschränkungen vor). Der Staat greift häufig unter dem Titel des Gesundheitsschutzes und anderen Zielsetzungen mit unnötigen und übertriebenen Regulierungen in die Werbefreiheit ein. Werbeverbote taugen jedoch nicht als Präventionsmassnahme und können gesellschaftliche Entwicklungen nicht bekämpfen. In der Regel führt eine solche – oft moralgetriebene – Verbotsgesetzgebung nur zur Bevormundung von Konsumentinnen und Konsumenten.

Deshalb setzt sich auch die Zürcher Handelskammer gegen unverhältnismässige Werbeverbote ein, wie zum Beispiel in ihrer Stellungnahme zum Tabakproduktegesetz ersichtlich ist.

10.06.2015 | 5114 Aufrufe