Zwar herrscht gerade noch einmal Hochsommer und noch haben wir die wunderbaren Bilder der Copacabana und des Zuckerhutes vor Augen, die wir mit den eben zu Ende gegangenen Sommerspielen in Rio frei Haus geliefert bekamen. Doch wir befassen uns bereits wieder mit dem Winter, genau genommen mit Olympischen Winterspielen, die möglicherweise im Jahr 2026 in der Schweiz stattfinden könnten. Getragen von der Bündner Handelskammer, dem Bündner Gewerbeverband und einer Gruppe von Bündner Unternehmern wird zurzeit nämlich das Projekt ausgearbeitet, mit welchem man sich für die Austragung dieser Spiele bewerben will. Die Vision: Es sollen nachhaltige Spiele werden. Spiele, die auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen, digitale Technologien nutzen und ein Vermächtnis für kommende Generationen hinterlassen. Und: es sollen gemeinsame Spiele von Graubünden und Zürich werden, mit Innovationen für Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Sport.

Dieses Projekt verdient aus Sicht der Zürcher Wirtschaft die Unterstützung. Es bietet die Chance, weltweit die positiven Eigenschaften unseres Standortes wie gute Verkehrsanbindungen, Lebensqualität, Präzision und vor allem Innovationskraft zu präsentieren. Auch stünde es uns gut an, wieder vermehrt als weltoffen wahrgenommen zu werden, als gute Gastgeber, als Land, das ein Projekt für die Gesellschaft realisiert und sich für eine länderübergreifende Idee einsetzt.

Ziel ist nicht Gigantismus sondern schlanke Spiele, die zudem mit möglichst wenig öffentlichen Mitteln auskommen sollen. Dies entspricht dem Gebot der Stunde, die Organisatoren haben das erkannt. Bereits haben sich Bündner Regierung und Parlament positiv geäussert, und auch von der Zürcher Regierung sind entsprechende Signale gekommen. Es ist zu hoffen, dass das Projekt nicht bereits in seiner Anfangsphase im Sand verläuft und an Trägheit, Miesepetrigkeit und Phantasielosigkeit scheitert. Die Schweiz braucht Visionen, braucht zukunftsgerichtete Unterfangen und auch etwas Wagemut. Wir sind eines der innovativsten Länder weltweit. Zeigen wir, dass dies auch für die Weiterentwicklung der olympischen Idee nützlich sein kann.

Kommentar von Regine Sauter, 25. August 2016

25.08.2016 | 4511 Aufrufe