Am 18. Oktober hat die Zürcher Stimmbevölkerung ihre Vertretung im Nationalrat bestimmt. Gestärkt wurden dabei die Pole zulasten der Mitte. So konnten SVP und FDP auf der einen Seite und die SP auf der anderen Seite zulegen, während BDP, Grüne und Grünliberale verloren.

Wenn jetzt gesamtschweizerisch vom grossen Rechtsrutsch die Rede ist, dann gilt es dies mit dem berühmten „Salzkorn“ zu nehmen. In unserem Land mit seinem Mehrparteiensystem finden Verschiebungen von Wähleranteilen im kleinen Prozentbereich statt, nicht vergleichbar mit Wahlgängen in Nachbarländern, wo es um Sein oder Nichtsein von Koalitionen geht. Zudem stimmt es zwar, dass die rechte Seite gestärkt wurde, in Bezug auf einzelne politische Geschäfte bedeutet dies aber nicht automatisch, dass es einfacher werden wird, Lösungen zu finden. Unser Verhältnis zu Europa ist ein solches Thema. Hier werden vernünftige Kräfte gefordert sein, einen Weg aufzuzeigen, wie wir aus der Sackgasse, in die wir uns mit der Masseneinwanderungsinitiative hineinmanövriert haben, wieder herausfinden. Man mag bloss hoffen, dass sich auch die SVP daran beteiligt.

Der Kanton Zürich hat indessen seine Berner Delegation noch nicht vollständig bestimmt. Zu vergeben ist noch der zweite Ständeratssitz, und die Zürcher Stimmbevölkerung ist am 22. November noch einmal zur Urne gerufen. Die ZHK unterstützt dabei wie schon im ersten Wahlgang mit Überzeugung ihr Vorstandsmitglied Ruedi Noser. Als Unternehmer und hervorragend vernetzter Nationalrat ist er bestens geeignet, die Interessen des Wirtschaftsstandortes Zürich im Ständerat zu vertreten. Auch die im Forum Zürich zusammengeschlossenen Wirtschaftsorganisationen haben eine entsprechende Wahlempfehlung beschlossen.

Eine hohe bürgerliche Wahlbeteiligung auch im zweiten Wahlgang wird nötig sein, um zu verhindern, dass neben dem für die SP bereits in den Ständerat gewählten Daniel Jositsch noch ein zweiter linker Vertreter für Zürich Einsitz im Stöckli nimmt. In diesem Sinne: gehen Sie an die Urne und sagen Sie es weiter!

Kommentar von Regine Sauter, 2. November 2015  

02.11.2015 | 4810 Aufrufe