Mit einer neuen Unternehmensabgabe sollen zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen und Eltern finanziell entlastet werden. Damit setzt die Initiative „bezahlbare Kinderbetreuung für alle“ der Alternativen Liste eindeutig auf das falsche Mittel, um das Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung zu verbessern.

Die Initiative der Alternativen Liste des Kantons Zürich (AL) fordert die Einrichtung eines kantonalen Fonds für die familienergänzende Kinderbetreuung. Zum einen sollen mit den Geldern Eltern finanziell entlastet, zum, anderen neue Betreuungsplätze, vor allem in ländlichen Gemeinden, geschaffen werden. Für die Finanzierung des Fonds sind zusätzliche Unternehmensabgaben von 2 bis 5 Promille auf die Lohnsumme vorgesehen, wobei sich die Initianten ein jährliches Volumen von rund 120 Mio. Franken errechnen. Zwar ist ein verbessertes, flächendeckendes Betreuungsangebot ein berechtigtes Anliegen im Sinne der Wirtschaft, doch die Initiative wählt ein in mehrfacher Hinsicht schädliches Rezept. Erstens sollen Subventionen einseitig erhöht werden, währendem hinsichtlich Senkung der Betreuungskosten nichts unternommen wird. Zweitens kann und darf sich der Kanton Zürich keine Steuererhöhung zulasten der Wirtschaft leisten – der Erhalt von Arbeitsplätzen ist gerade für Familien von grossem Interesse. Höhere Lohnkosten gefährden die Schaffung neuer oder Sicherung bestehender Stellen. Drittens ist die Vorlage höchst unfair, denn sie will alle Unternehmen zur Kasse bitten, unabhängig davon, ob sie ihre Mitarbeitenden bereits anderweitig bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützen.

Viele Unternehmen leisten freiwillige Beiträge an Kitas oder zeigen sich gegenüber Mitarbeitenden mit Betreuungsaufgaben flexibel. Statt neue Subventionstöpfe zu schaffen, muss der Kanton seine Hausaufgaben machen und für eine Deregulierung und Entbürokratisierung der Kinderbetreuung sorgen, damit die Betreuungstarife sinken können. Die ZHK spricht sich zudem für eine Erhöhung des Kinderbetreuungsabzuges bei den Steuern aus, von der insbesondere gut ausgebildete Fachkräfte profitieren würden.

Die ZHK setzt sich für geeignete Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein. Sie teilt das Anliegen, das Angebot an familienergänzender Kinderbetreuung weiter zu verbessern. Die Volksinitiative wirkt jedoch kontraproduktiv, da sie Steuern erhöhen will, statt Kosten zu senken. Sie ist deshalb entschieden abzulehnen.

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08.09.2016 | 6487 Aufrufe