«Switzerland attracts fewer firms, as politics hurt business image». Dies die Schlagzeile, welche einen Beitrag im Business-Portal Bloomberg übertitelt. Der Artikel listet auf, welche politischen Entscheide in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, ein Klima der Unsicherheit zu schaffen, welches ausländische Unternehmen davon abhält, Arbeitsplätze in die Schweiz zu verlegen. Erwähnt werden u.a. die Masseneinwanderungsinitiative sowie die Minderinitiative.

Dass ein amerikanisches Newsportal die Frage aufwirft, wie «business friendly» die Schweiz noch sei, muss uns zu denken geben. Ebenso die von den Schweizer Volkswirtschaftsdirektoren publizierten Zahlen über erfolgte Ansiedlungen. Offenbar bleibt nicht unbeachtet, dass das Land mit der gemäss WEF weltweit wettbewerbsfähigsten Wirtschaft sukzessive daran ist, seine Standortattraktivität aufs Spiel zu setzen. Dies durch politische Entscheide, welche einen unserer wichtigsten Standortfaktoren – Rechtssicherheit und Stabilität – in Frage stellen. Aktuelles Beispiel dafür ist die Erbschaftssteuerinitiative. Obwohl sie erst am 14. Juni dieses Jahres zur Abstimmung gelangt, betrifft sie bereits Schenkungen, die seit dem 1. Januar 2012 gemacht wurden. Müssen wir uns da noch wundern, wenn man sich im Ausland fragt, ob es attraktiv ist, in der Schweiz zu investieren? Wenn man nicht weiss, ob morgen noch gilt, was heute, wird man lieber die Finger davon lassen. Für bereits hier ansässige Firmen gilt dies im Übrigen nicht weniger.

Angesichts der aktuellen Frankenstärke hat die Schweizer Wirtschaft schon mit grossen – nicht hausgemachten – Herausforderungen zu kämpfen. Es wäre weise, ihre «heimischen» Grundlagen nicht schleichend noch zusätzlich zu verschlechtern, wenn wir daran interessiert sind, Jobs in unserem Land zu erhalten.

Kommentar von Regine Sauter, 27. Mai 2015

27.05.2015 | 5122 Aufrufe