Eine Steuer auf Robotern erheben, zwei Drittel der Stadt Zürich unter Denkmalschutz stellen, den Flugplatz Dübendorf nur für historische Flieger offen halten – diese Vorhaben haben eines gemeinsam: Sie wollen, wenn nicht das Rad der Zeit zurückdrehen, dann zumindest den Fortschritt aufhalten. Sie folgen damit Mustern, die es so schon immer gab. Der Mensch ist wohl von seiner Art her ein bewahrendes Wesen, Neues macht ihm Angst, Unsicherheit lähmt. Das muss man respektieren. Dennoch zeigt ein Blick zurück, dass es immer gelungen ist, aus neuen Errungenschaften Positives für die ganze Gesellschaft zu gewinnen. Aus industriellen Revolutionen sind neue Arbeitsplätze und mehr Wohlstand für alle entstanden. Und die Schweiz wäre nicht eine der erfolgreichsten Volkswirtschaften der Welt, wenn sie sich Neuem verschlossen hätte.

Das muss auch in Zukunft möglich sein. Das heisst nicht, alles Bisherige über Bord zu werfen. Die Stärken, die unser Land ausmachen, werden auch weiterhin wichtig sein. Darauf kann man aufbauen. Nötig ist es jedoch, zusätzlich die Möglichkeiten zu sehen, die uns neue Technologien bieten und die Chancen zu nutzen, die damit verbunden sind.

Dies bedingt jedoch Vertrauen. Vertrauen darin, dass niemand zurückgelassen wird. Es ist an uns allen, Unternehmen, Schule, Gemeinwesen, für dieses Vertrauen zu sorgen, unseren Mitarbeitenden, Schülern, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, in der neuen Situation ihren Platz zu haben und damit alle am Fortschritt teilhaben zu lassen.

Angst ist ein schlechter Ratgeber, wenn wir uns fragen, wie sich unser Land entwickeln soll. In diesem Sinne: sehen wir dem neuen Jahr zuversichtlich entgegen, bewahren wir das Gute, aber verhindern wir Neues nicht.

Kommentar von Regine Sauter. 5. Dezember 2017

05.12.2017 | 80 Aufrufe