Als Garant für die internationale Erreichbarkeit ist der Flughafen Zürich zentral für die Konkurrenzfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts. Gemäss Flughafenbericht 2016 des Zürcher Regierungsrats häufen sich Verspätungen, was die Verlässlichkeit dieser Infrastruktur zunehmend in Frage stellt. Um den Flugbetrieb zu stabilisieren und den Verspätungsabbau nach 23.00 Uhr zu reduzieren, gilt es den SIL2 dringend umzusetzen. Beim Zürcher Fluglärm-Index ist eine Anpassung der Berechnungsmethode zu prüfen.

Die Zürcher Handelskammer (ZHK) nimmt erfreut zur Kenntnis, dass der Flughafen Zürich die im Strategiecontrolling des Kantons vorgegebenen Ziele weitgehend erfüllt und in Bezug auf Qualität sehr gute Leistungen erbringt. Allerdings gibt die nachlassende Pünktlichkeit des Flugbetriebs Anlass zur Besorgnis. Die Verspätungen schwächen die Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandorts Zürich und gefährden die Standortattraktivität.

Der Flughafen Zürich ist mit einer der restriktivsten Nachtflugsperren in ganz Europa belegt. Dennoch hat die ZHK Verständnis für die Forderung des Regierungsrates, die Anzahl Flüge zwischen 23.00 und 23.30 Uhr zu reduzieren. Sie erinnert jedoch daran, dass diese Flüge dem Verspätungsabbau dienen. Entsprechend sind Massnahmen zu ergreifen, die Verspätungen vermeiden. Der Regierungsrat wird deshalb aufgefordert, die im SIL2 (Sachplan Infrastruktur Luftfahrt) vorgesehenen Massnahmen zu unterstützen. Von weniger Verspätungen profitieren nicht nur die Flugpassagiere, sondern auch die Anwohner.

Der erneute Anstieg des Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) gegenüber dem Vorjahr ist durchaus ernst zu nehmen. Jedoch muss einerseits zwischen Tag und Nacht, andererseits zwischen Bevölkerungswachstum und effektiver Lärmbelastung differenziert werden, führte doch der Flugbetrieb für sich alleine betrachtet zu einer leichten Abnahme der Anzahl betroffener Personen. Die überproportionale Bevölkerungszunahme als Hauptursache für den Anstieg des Fluglärm-Index sprechen klar für den Entscheid des Regierungsrats, keine Bewegungsbeschränkungen vorzunehmen. Für die ZHK ist vielmehr fraglich, ob der Faktor Bevölkerungswachstum weiterhin in die Berechnung des ZFI einfliessen soll. Mit der heutigen Berechnungsmethode wird die Aussagekraft über die Lärmemissionen des Flughafens offensichtlich verzerrt.

Für Rückfragen: Dr. Regine Sauter, Direktorin Zürcher Handelskammer, Telefon 044 217 40 50

16.12.2016 | 5918 Aufrufe