Die kantonalen Wahlen liegen hinter uns. Sowohl erfreuliche als auch eher nachdenklich stimmende Erkenntnisse lassen sich daraus ziehen. Zuerst zu letzteren: Die Wahlbeteiligung war unterirdisch tief. Nur rund ein Drittel der Zürcher Stimmberechtigten bewegte sich an die Urne. Von jenen, die zu Hause bleiben, gibt ein Viertel an, sich für Politik grundsätzlich nicht zu interessieren. Mehr als schade – vielmehr eine verpasste Chance! Denn wer nicht mitbestimmt, über den wird bestimmt.

Erfreulich ist hingegen das Ergebnis, das sich am Wahlsonntagabend präsentierte: Alle Kandidatinnen und Kandidaten des Top-5-Tickets, das auch von der Zürcher Handelskammer unterstützt wurde, wurden glanzvoll gewählt. Zu verdanken ist dies der guten Zusammenarbeit im Wahlkampf und der konsequenten Fokussierung auf die Gemeinsamkeiten des 9-Punkte-Programms der Wirtschaft. Mit der Rückgewinnung des vor vier Jahren verlorenen CVP-Sitzes zählt die Zürcher Regierung nun wieder fünf bürgerliche Mitglieder. Auch im Kantonsrat konnte die bürgerliche Seite gestärkt werden. Dies insbesondere dank des hervorragenden Abschneidens der FDP. Zusammen verfügen SVP, FDP und CVP nun über eine knappe Mehrheit der Sitze.

Dies ist eine gute Ausgangslage. An Gelegenheiten, sich für die Zürcher Wirtschaft einzusetzen, wird es in der Politik in nächster Zeit denn auch nicht mangeln. Die Prognosen für die kantonalen Finanzen präsentieren sich nämlich düster, und mit der Umsetzung der Unternehmenssteuerreform III steht ein für die Wirtschaft immens wichtiges Projekt an; dies, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Entscheidend ist deshalb, dass sich jene Gewählten, die vor den Wahlen mit dem Anspruch angetreten sind, sich für gute Rahmenbedingungen für die Zürcher Wirtschaft stark zu machen, und so dafür zu sorgen, dass diese Arbeitsplätze schaffen und erhalten kann, auch in den kommenden vier Jahren daran zurückerinnern.

Kommentar von Regine Sauter, 24. April 2015

24.04.2015 | 4902 Aufrufe