Die Zürcher Handelskammer (ZHK) nimmt erfreut zur Kenntnis, dass auch Bund und Kantone die Volksinitiative "Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV (Erbschaftssteuerreform)" ablehnen, über welche das Stimmvolk am 14. Juni entscheidet.

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und Regierungsrat Peter Hegglin, Präsident der Konferenz der kantonalen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren (FDK), haben am 21. April die Gründe dargelegt. Die Kantone müssten Einschränkungen in ihrer Finanzhoheit hinnehmen und verlieren möglicherweise Einnahmen. Familienbetriebe sähen sich mit Schwierigkeiten bei der Regelung der Nachfolge konfrontiert. Die Einnahmen kämen zwar teilweise der AHV zugute, könnten aber die absehbaren Lücken in der Finanzierung der AHV nicht nachhaltig schliessen.

Für die ZHK gibt es weitere gewichtige Gründe, die ebenfalls gegen die Initiative sprechen: So würde mit einer Erbschafts- und Schenkungssteuer das gleiche Steuersubstrat nach Einkommens- und Vermögenssteuern zu einem dritten Mal besteuert. Es gibt jedoch keinen Grund, weshalb die Steuerbelastung in der Schweiz erhöht werden sollte. Problematisch an der Initiative sind auch die mehrjährige Rückwirkung und die völlig unklaren und widersprüchlichen Versprechungen für Steuerrabatte bei der Vererbung von Unternehmen. Beide Aspekte führen zu einer erheblichen Rechtsunsicherheit, die Gift für jeden Wirtschaftsstandort ist.

Weitere Informationen zur Erbschaftssteuerreform siehe ZHK-Mitteilungen vom April 2015 (Seite 1) oder in der nächsten Ausgabe (Versand Anfang Mai).

 

21.04.2015 | 8290 Aufrufe