Die Zürcher Handelskammer veranstaltete mit der Swiss Chambers‘ Arbitration Institution (SCAI) am 2. Oktober 2017 ein weiteres Arbitration Breakfast@ZHK. Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist es, spannende Themen aus der Schiedsgerichtsbarkeit so zu präsentieren, dass sich ein Publikum ohne Fachkenntnisse wie Fachleute gleichermassen angesprochen fühlen.

Ein hochkarätiges Panel diskutierte im Austausch mit dem Publikum zum Thema „Wie suche und finde ich geeignete Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter? Der wichtigste Entscheid zuerst!“ Die Rechtsanwälte Dr. Bernhard F. Meyer (Partner bei MME Legal | Tax | Compliance) und Dr. Christoph M. Pestalozzi (Partner bei Lustenberger Rechtsanwälte), der ausserdem durch das Gespräch führte, berichteten aus Sicht des Schiedsrichters, Rechtsanwältin Dr. Stefanie Pfisterer (Associate bei Homburger AG) aus Counsel-Sicht, Hans Wassgren (Group Vice President Contracts ABB) aus der Sicht eines „Users“.

Unter dem nicht ganz ernst gemeinten Motto, im Schiedsverfahren wählen die „Kälber“ (die Parteien) ihre „Metzger“ (das Schiedsgericht) selber – dies im Gegensatz zum staatlichen Richter, der nicht „ausgesucht“ werden kann – eröffnete Christoph Pestalozzi die Veranstaltung. In der Diskussion ergab sich, dass die Auswahl der Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sehr wichtig für das Schiedsverfahren ist, besonders wenn spezifische nicht-juristische Fachkenntnisse gefragt sind, zum Beispiel in der Baubranche oder im Rohstoffhandel. Dennoch sind die nötigen juristischen Kenntnisse und Erfahrungen ebenso unabdingbar. Ein/e gute/r Schiedsrichter/in wendet das Recht auf den Sachverhalt unabhängig und unparteiisch an und entscheidet bei entsprechender Fakten- und Rechtslage auch gegen die Partei, die ihn oder sie gewählt hat. Ein/e gute/r Vorsitzende/r soll zudem in der Lage sein, die Mitschiedsrichter wie auch das Verfahren effizient zu führen. Sich für die Zusammensetzung eines Schiedsgerichts Zeit zu nehmen, lohnt sich ausnahmslos. Denn ein richtig zusammengesetztes und damit gut funktionierendes Schiedsgericht trägt dazu bei, dass Schiedsverfahren zeit- und kostensparend durchgeführt werden können.

Die Neue Zürcher Zeitung berichtete über das Arbitration Breakfast im Rahmen eines Artikels zum Schiedsplatz Zürich (NZZ vom 20. Oktober 2017, Seite 20, „Wenn zwei Firmen sich streiten“). 

 

18.10.2017 | 611 Aufrufe